Reste-à-la-Carte

Den 18 Millionen Tonnen Lebensmitteln, die laut der Umweltorganisation WWF jedes Jahr im Müll landen, wollten Anette Keuchel und Leoni Beckmann dringend etwas entgegensetzen. Beide gründeten 2014 mit einer Handvoll Gleichgesinnter den Verein, der den gleichen Namen trägt wie das Konzept-Restaurant, welches von 2016 bis 2017 im Dauerbetrieb aus Lebensmitteln, die anderswo verschmäht wurden, Gerichte zauberte, die glücklich machen – „Reste-à-la-Carte“. Vorbild ist das „Rub & Stub“ in Kopenhagen, das Anette Keuchel in ihrem Dänemark-Urlaub kennenlernte. Bevor es in Berlin losgehen konnte, wurden über Crowdfunding 25.000 Euro als Startkapital eingesammelt.

 

Geadelte Überbleibsel und verrutschte Etiketten 

Nach ersten gastronomischen Testabenden im Frühjahr 2016, wurde regelmäßig geöffnet. Alles angerichtet wie in der Spitzengastronomie. Aussortiertes wurde geadelt zu „Schaumsüppchen mit Ingwer“ oder erhielt als „Tofu-Mangoldröllchen mit gegrilltem Brokkoli, Kartoffelgratin und Gemüsejus“ eine zweite Chance. Kreativität als Koch ist gefragt, wenn Lebensmittel angeliefert werden, die nicht bestellt, sondern „gerettet“ wurden. Unterm Strich bleibt ein Rest von 10 Prozent an Kochzutaten, die zugekauft werden – vor allem Fette, Öle und Gewürze. Wenige Monate nach der Eröffnung war das „Restlos Glücklich“ auch außerhalb des Neuköllner Kiezes eine gastronomische Adresse geworden. Dazu passend das Angebot an hochwertigen Weinen – eingeschenkt aus Flaschen, die wegen verrutschter Etiketten ausgemustert wurden.

Wir glauben, dass wir damit noch mehr Menschen für einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln begeistern können.

Leoni Beckmann

Stationär wird Pop-Up

Seit Eröffnung des ersten deutschen Reste-Restaurants ist viel passiert: nach einem kurzfristigen Ortswechsel und ersten Erfahrungen als Pop-Up-Restaurant in 2017, gab das Team nach der Winterpause 2018 bekannt, den Schwerpunkt ab sofort auf die Bildungsprojekte zu verschieben. „Restlos Glücklich, das ist viel mehr, als ein Restaurant. Die Bildungsarbeit lag uns immer schon sehr am Herzen. Nun möchten wir diese mit vielen neuen Impulsen und tollen Projekten intensivieren. Wir glauben, dass wir damit noch mehr Menschen für einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln begeistern können. Deshalb bieten wir Workshops und Kochkurse – insbesondere für Kinder – aber auch für Jugendliche und Erwachsene an.", erklärt Leoni Beckmann, von Haus aus Sozialwissenschaftlerin und Mit-Initiatorin des Berliner Projektes. Neben den geplanten Projekten, soll es allerdings auch im kulinarischen Profi-Sektor weitergehen: Caterings für private Feiern oder berufliche Events werden fortgeführt. Neu sind die thematischen Dinner-Abende, die einmal pro Monat stattfinden und den vorherigen Restaurantbetrieb ablösen sollen, da sie organisatorisch auf Dauer für die Ehrenamtler einfach trägfähiger sind. 

Von uns gibt es für diesen Einsatz ein fettes "Chapeau!" Als Gründungsmitglied von United Against Waste e.V. brennt uns das Thema des verantwortungsvollen Umgangs mit Lebensmitteln genauso stark unter den Nägeln und wir unterstützen jeden, der sich diesen Themen stellt und dabei noch so geniale Konzepte aus dem Ärmel schüttelt!

 

Wer mehr wissen oder sich direkt engagieren will, findet alle weiteren Infos auf www.restlos-gluecklich.berlin

 

Werde Teil der Story

Newsletter

Stay up to date

Du möchtest als Erster aktuelle Angebote oder Einladungen zu unseren Community Events erhalten und immer über neue Themen informiert sein? Melde dich hier an!