Kochen ist Kunst!?

Hanni Rützler nennt sie neuerdings die Michelangelos der Food-Branche. Sie selbst verstehen sich eher als Regional- oder Geschmacksbotschafter. Wir bei Cook nennen sie schlicht Kollegen, Querdenker und Andersmacher. Mit ihrem Einfallsreichtum und dem Willen die eigenen Grenzen ständig neu auszutesten, bescheren sie uns regelmäßig wahre Geschmacksorgien auf der Zunge. Die Rede ist von Köchen & Köchinnen. Jenen Menschen, die oft noch bevor sie eigentlich wissen, dass sie einer Berufung nachgehen, schon unter härtesten Bedingungen jeden Tag über ihre Grenzen hinaus gehen müssen, um den Ansprüchen einer toughen Ausbildung gerecht zu werden und zu performen. Und genau diesen Menschen möchten wir mit unserer täglichen Arbeit den Respekt verschaffen, den sie verdienen. Denn Kochen ist Kunst – wenn auch eine flüchtige.

„Eine Kreation entsteht im Kopf – alles was du visuell wahrnimmst wird irgendwo bewusst oder unbewusst gespeichert.“

Bernhard Reiser

Ein Gericht kann große Emotionen auslösen und bleibende Erinnerungen schaffen. Jeder von uns erinnert sich an seine erste „Geschmacksexplosion“ und an die vielen weiteren, die noch folgen sollten. Es geht um Geschmack, um Ästhetik, um Farbe und um Gefühl. Letzteres insbesondere. Ein Künstler drückt mit seinem Werk eben auch immer seine Weltsicht aus. Wir von Cook verstehen das handwerkliche Kochen ganz klar als eine Kunstform, denn es kann nicht jeder umsetzen, was dort passiert. Das Ergebnis ist der Genuss, den der Koch zuvor als seine Vision kreiert hat und durch sein Können für seine Gäste erlebbar macht. 

"The Art of Food" - ganzen Film hier anschauen:

Neben den Aromen und dem Anrichten auf dem Teller gibt es jedoch noch weitere Elemente, die dem Tischgast den Zugang zu dieser kulinarischen Vision erleichtern können: die Formulierung auf der Speisekarte, das harmonische Ambiente der Lokalität, aber eben auch der geschichtenerzählende Servicemitarbeiter sind alles Komplizen, die über Verstehen oder Missverstehen des Kochs als Künstler entscheiden. Und somit auch über die Wertschätzung, die sein vergängliches Kunstwerk vom Tischgast erhält.

„Essen ist eine Notwendigkeit, aber Kochen ist eine Kunst“ 

François VI. Duc de La Rochefoucauld & Cook

Mit der „Art of Food“-Message wollen wir die kreative Verschmelzung von Handwerk und Kunst im Koch-Beruf zelebrieren und den aufrichtigen Antrieb dahinter stärker ins Bewusstsein der Gesellschaft rücken. Dafür haben wir gemeinsam mit 14frames und drei Branchen-Ambassadoren den Beruf des Kochs in eine Analogie zur Kunst gesetzt. Hauptakteure sind v.l.n.r Willy Wolf (Hotel „Zur Post“, Welling), Bernhard Reiser (Reisers am Stein, Würzburg) und Nils Levent-Grün (Jumeirah, Frankfurt), mit denen wir bei dieser Gelegenheit gleich noch ein paar Worte über ihre Passion gewechselt haben…

Cook: Hallo Jungs, ihr seid Teil unserer „Art of Food“-Bewegung: Wie war die Erfahrung für Euch so prominent in Szene gesetzt zu werden?

Willy:

Es ist eine tolle Erfahrung gewesen mein Können mit Hilfe dieses tollen Projekts den Menschen zeigen zu dürfen. Auch und gerade in einem Familienbetrieb ist es wichtig das Handwerk zu beherrschen und es auch den jungen Menschen weiterzugeben.

Bernhard:

Die Wertschätzung unseres Berufes liegt mir extrem am Herzen. Deshalb bin ich sehr dankbar darüber, dass wir hier eine gute Öffentlichkeitsarbeit machen, mit der wir viele genussinteressierte Menschen erreichen. Prominenz ist klasse!!

Nils:

Auch für uns war es eine Ehre dabei sein zu dürfen und hat uns natürlich auch sehr viel Freude bereitet. Knapp 8 Stunden Dreh war schon eine Erfahrung für sich.
 

Cook: Welcher war euer persönlicher Schlüsselmoment, ab dem Euch klar war, dass ihr Koch werden möchtet? Gab es jemanden, der Euch diesbezüglich besonders geprägt hat?

Bernhard:

Das habe ich wohl meiner Großmutter zu verdanken. Sie war eine geniale Köchin und ich habe als kleiner Stöpsel viel Zeit mit ihr in der Küche verbracht. Auch der Metzger von nebenan hatte es mir angetan. Da durfte ich schon als Fünfjähriger mal aushelfen...

Nils:

Bei mir waren es meine Großmutter und Mutter. Ich bin in einem kleinen Ort in Niedersachsen großgeworden und habe dort die Liebe zu den Produkten gefunden. Bis heute kommen bei mir nur Kartoffeln aus der Heimat auf den Tisch.

Willy:

Ganz klar meine Mutter und mein Vater. Ich bin in einem kleinen Dorf in der Eifel groß geworden und unser Familienbetrieb besteht bereits seit 1860. Es war somit an der Tagesordnung jeden Tag im elterlichen Betrieb zu stehen und zuzuschauen wie meine Eltern unsere Gäste immer wieder begeistern und ihnen schöne Momente geschenkt haben.
 

Cook: Die Gastro Szene ist ein hartes Pflaster und erfordert viel Mut und Ausdauer. Gab es Momente, an denen ihr hinschmeißen wolltet? Falls ja, was hat Euch bewegt weiter zu machen?

Bernhard:

Nein, hinschmeißen wollte ich nie. Krisenzeiten braucht man, um noch besser zu werden!

Nils:

Das stimmt. Die Gastro ist wie ein Match: es geht auf und ab und am Ende hofft man zu gewinnen. Aber letztendlich sind wir eine große Familie und das ist etwas Besonderes.

Willy:

Um ehrlich zu sein – nein. Ich liebe meinen Beruf und das Arbeiten mit den Menschen. Egal ob im Hotel, Restaurant oder bei unseren vielen Caterings. Ich treffe auf so viele nette Menschen und Persönlichkeiten – das motiviert mich. Für mich ist auch das Lächeln in den Gesichtern unserer Gäste und Mitarbeiter Motivation genug jeden Morgen aufzustehen und mich den Herausforderungen zu stellen. Gepaart mit einer tollen Familie die mich immer unterstützt, ist es für mich mein Traumberuf.

The Art of Food Mood

Cook: Wir alle werden jeden Tag von allen Seiten mit Nachrichten, Werbebotschaften oder bunten Bildern überschüttet. Welche Elemente inspirieren und beeinflussen Euch in eurem täglichen Schaffen am stärksten? Woher zieht ihr Inspiration für euer Kochhandwerk?

Willy:

Ich liebe unsere Heimatküche. Sie bietet so viele Möglichkeiten sich immer wieder Inspirationen zu holen. Oftmals ziehe ich auch Inspiration aus den Gesprächen mit meinen Gästen. Gerade unsere Stammgäste sind dabei sehr kreativ und erzählen oft, wie das Essen früher in unserer Heimat war. In Zeiten als es noch nicht diesen Überfluss gegeben hat. Die Menschen in unserer Region haben damals schon eine gute Küche geliebt und das möchte ich Ihnen bei uns immer wieder gerne bieten – Heimatgefühle.

Bernhard:

Mich inspiriert Reisen sehr – ich liebe Südamerika und die europäische Atlantikküste besonders. Aber auch die Alpen und ihre Küche. Außerdem ist der Anspruch meiner Kunden immer auch Inspiration für mich.

Nils:

Bei mir ist es oftmals die klassische Küche. Klassische Gerichte in Gaststätten oder bei der Oma. Und natürlich die Saison ist für mich auch immer eine Quelle der Inspiration.
 

Cook: Die Wertschätzung der Tischgäste für die "Kochkunst“ und gute Lebensmittel ist immer noch ein harter Kampf für viele Restaurants des oberen Preissegments. Was wünscht ihr Euch für die künftige Entwicklung der Gastro-Branche? Wie sieht euer Beitrag dazu aus?

Bernhard:

Mein Beitrag ist meine Arbeit und die Art, wie wir die Ausbildung in REISERS Genussmanufaktur gestalten. Ich bilde jedes Jahr über ein Dutzend junge Köchinnen und Köche sowie Restaurantfachleute aus. Ich wünsche mir, dass wir in Deutschland die Ausbildung der jungen Menschen noch besser machen – und nicht wie geplant verkürzen. Das wäre Wahnsinn.

Nils:

Die Erzeuger müssen fair bezahlt werden und es muss auch im Supermarkt einfach mehr Geld genommen werden für Lebensmittel, damit die Wertschätzung wieder zurückkommt.

Willy:

Es ist einfach wichtig, dass die Menschen in unserer Branche und auch die Gäste den Produkten mehr Wertschätzung entgegenbringen. Egal, ob der kleine Bauer, der einen tollen regionalen Spargel produziert oder der Händler, der die Ware für uns einkauft. Alle sollten fair behandelt werden. Der Beruf des Kochs erfährt leider immer noch nicht die angemessene Wertschätzung in der Bevölkerung oder in der Politik. Auch die Anerkennung unseres Berufsstandes und mehr Mut seitens der jungen Generation diesen zu erlernen wäre einer meiner größten Wünsche.
 

Dem bleibt nicht viel hinzuzufügen. Vielen Dank für Euren starken Einsatz bei diesem Herzensprojekt – see you soon, Guys!
 

"The Art of Food" - ganzen Film hier anschauen:

Tanja Wagner

Herd-Rebellin und Kreativschmiedin

Tanja Wagner

Köchin Cook

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